TOP Ö 3: Jürgen und Ulrike Staudinger, Straubing- Neubau einer Halle mit An- und Auslieferungslager für einen Paketdienst und einem Lager für Bauelemente und Errichtung einer Betriebsleiterwohnung, Ludwig-Scherl-Ring 10 (vorl.), Az. BVV-2013-96 hier: Betriebsleiterwohnung in einem festgesetzten Gewerbegebiet

Beschluss: einstimmig beschlossen

Sachvortrag:

 

Der eingereichte Bauantrag sieht den Neubau einer Halle mit An- und Auslieferungslager für einen Paketdienst und einem Lager für Bauelemente sowie die Errichtung einer Betriebsleiterwohnung auf dem ca. 1634 m² großen Grundstück Flur-Nr. 1688/3 vor.

 

Das Baugrundstück liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes "Stadtfeld südlich der Bahnlinie". An die Halle ist ein zweigeschossiger Baukörper angebaut. Im Dachgeschoss dieses Baukörpers ist eine Betriebsleiterwohnung geplant. Der Bebauungsplan setzt für das Baugrundstück ein Gewerbegebiet nach § 8 BauNVO fest. Südlich des Baugrundstücks ist ein Mischgebiet nach § 6 BauNVO festgesetzt. In einem Gewerbegebiet können Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen sowie für Betriebsinhaber und Betriebsleiter ausnahmsweise zugelassen werden, wenn diese dem Gewerbebetrieb zugeordnet und ihm gegenüber in Grundfläche und Baumasse untergeordnet sind.

 

Die vorgesehene Betriebsleiterwohnung soll einem Paketdienst dienen. Die Antragsteller haben mit Schreiben vom 31.05.2013 verschiedene Gründe für die Erforderlichkeit einer Wohnung für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen des Paketdienstes aufgeführt und den geplanten Betrieb zudem in einer gewerblichen Baubeschreibung detailliert beschrieben.

Die Wohnung weist eine Wohnfläche von ca. 59,60 m² auf und ist dem Gewerbebetrieb untergeordnet. Die Zuordnung der Betriebsleiterwohnung zum Gewerbebetrieb ist gewährleistet. Weitere Voraussetzung für die ausnahmsweise Zulässigkeit ist das Erfordernis des Wohnens in der Nähe des Betriebs und ein funktionaler Zusammenhang. Die ständige Erreichbarkeit von Aufsichts- und Bereitschaftspersonen ist aufgrund der geplanten Betriebszeiten und dem vorgesehen Betriebsablauf notwendig. Die Wohnung für Aufsichts- und Bereitschaftspersonal wird aus betrieblichen Gründen als objektiv sinnvoll erachtet.

 

Der Bauausschuss wird über die Unzulässigkeit von "Freiem Wohnen" in Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen informiert. Auch müssen Bewohner entsprechender Wohnungen grundsätzlich die üblichen im Gewerbegebiet auftretenden Störungen hinnehmen.

Der Bebauungsplan setzt eine Wandhöhe von maximal 7,00 m ab Geländehöhe fest. Für die Halle ist ein Pultdach mit einer Dachneigung von 15 Grad vorgesehen. Die maximal zulässige Wandhöhe von 7,00 m wird im Bereich der nördlichen Fassade um ca. 1,97 m überschritten. Bei Errichtung eines Satteldaches wäre eine Firsthöhe von maximal 9,00 m zulässig gewesen. Die erforderliche Erteilung könnte erteilt werden. Die Abstandsflächen werden eingehalten.


Die durch den Bebauungsplan festgesetzten Planstraßen sind nicht vollständig realisiert. Es ist vorgesehen, dass das Baugrundstück eine Zufahrt von der bestehenden Planstraße F erhält. Dies ist gemäß einer Festsetzung des Bebauungsplans nicht gestattet. Die erforderliche Befreiung könnte jedoch erteilt werden. Im Hinblick auf die zukünftige Erschließungssituation wird eine gesonderte privatrechtliche Vereinbarung mit den Antragstellern geschlossen.

 

Die Verwaltung schlägt vor, die erforderliche Ausnahme und die notwendigen Befreiungen zu erteilen sowie den eingereichten Bauantrag zu genehmigen.

 


Beschluss:

 

Der Bauausschuss stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu und genehmigt das geplante Vorhaben.