TOP Ö 2.2: Antrag auf denkmalschutzrechtliche Erlaubnis zum Abbruch des Fassstadels der ehemaligen Dietl-Brauerei, Regensburger Straße 18 a

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Abstimmung: Ja: 7, Nein: 3

 

Zur Realisierung des unter Tagesordnungspunkt 2.1 vorgestellten Gesamtkonzepts hat die

Alte Brauerei GmbH den Abbruch des Fassstadels beantragt.

Das Gebäude ist als Bestandteil der ehemaligen Brauerei Dietl wie folgt in die Denkmalliste eingetragen:

Regensburger Straße 22; Regensburger Straße 26; Regensburger Straße 18 a. Ehem. Brauerei Dietl; Wirtschaftsgebäude des Sommerkellers, zweigeschossiger Putzbau mit Krüppelwalmdach, bez. 1828; Wohn- und Verwaltungsgebäude mit ehem. Aufzugshalle, zweigeschossiger Ziegelbau mit Ziergiebel und Fassadengliederung in den Formen der Deutschen Renaissance, 1896/1900; dahinter Brauereigebäude, vier- und fünfgeschossiger Blankziegelbau, 1900-1904; sog. Hubertushalle, Bierhalle mit Ziegelfachwerkwänden über hohem Souterrain, 2. Hälfte 19. Jh., 1899 hier aufgestellt, Verlängerung als Blankziegelbau mit gegliederter Giebelfassade, 1900-1904; weitläufige Lagerkelleranlagen, 1828-1830, erweitert 1869/70, 1884 und 1893; ehem. Fassstadel, Ziegelbau mit Satteldach, 1877 (Regensburger Straße 18a).

 

Das Vorhaben ist nach Art. 57 Abs. 5 BayBO verfahrensfrei. Nach Art. 6 DSchG ist für die Beseitigung eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis erforderlich. Diese Erlaubnis kann versagt werden, soweit gewichtige Gründe des Denkmalschutzes für die unveränderte Beibehaltung des bisherigen Zustandes sprechen. Gemäß Art. 4 Abs. 1 DSchG haben die Eigentümer ihre Baudenkmäler instandzuhalten und instandzusetzen, soweit ihnen das zuzumuten ist. Nach dem Vollzugshinweis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst entfällt eine Zumutbarkeitsprüfung regelmäßig dann, wenn die Denkmaleigenschaft zum Zeitpunkt des Erwerbs bekannt war. Ein Rechtsanspruch auf Beseitigung wäre somit allein dadurch begründet, dass das Gebäude durch die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen die Denkmaleigenschaft verlieren würde, d.h. wenn mehr als 50% der Bausubstanz aus technischer Sicht erneuert werden müssten. Die Denkmalbehörden haben sich daher für den Erhalt des Stadels eingesetzt. Die Bauherrin hat daraufhin die Instandsetzung und den Umbau zu einem Wohngebäude geprüft. Aufgrund der hierfür erforderlichen Veränderungen konnte der vorgelegten Planung aber aus denkmalfachlicher Sicht nicht zugestimmt werden, da der Stadelcharakter verloren gegangen wäre und die Umbauten insgesamt zu einem Verlust der Denkmaleigenschaft geführt hätten. Eine anderweitige Nutzung, die ggfs. mit weniger Eingriffen umsetzbar gewesen wäre, wurde im Hinblick auf den großen Instandsetzungsbedarf nicht geprüft.

Seitens des BLfD wird der Erhalt des Fassstadels gefordert. Gegen die geplanten Neubauten im Umgriff der Baudenkmäler werden keine Einwendungen erhoben. Die Stadt Straubing muss daher über den Beseitigungsantrag entscheiden.

 

Unter Berücksichtigung des Gesamtkonzepts für die Brauerei Dietl, das eine denkmalgerechte Instandsetzung und Revitalisierung der o.a. Gruppe von Baudenkmälern vorsieht, wird seitens des Baureferats vorgeschlagen, den Abbruch des Fassstadels zu gestatten. Die Denkmaleigenschaft des 1877 errichteten Ziegelbaus ist in erster Linie in der Zugehörigkeit zur Brauerei begründet. Durch die wünschenswerten Umstrukturierungen und städtebaulichen Veränderungen auf dem Baugrundstück würde der funktionale Zusammenhang zwischen der Brauerei und dem Stadel aufgehoben. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass das unter Tagesordnungspunkt 2.1 erläuterte Gesamtkonzept den überwiegenden Teil der geschützten Gebäude auf dem Baugrundstück sichert, Instand setzt und zur sinnvollen weiteren Nutzung zuführt, erscheint eine Erhaltungsforderung unter diesen Umständen nicht gerechtfertigt.

 


Beschluss:

 

Der Bauausschuss nimmt die Ausführungen zur Kenntnis und schließt sich dem Beschlussvorschlag an.