TOP Ö 5: Bericht der Arbeitsgruppe "Seniorenpolitisches Gesamtkonzept", hier: Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Der Stadtrat Straubing hat im Jahr 2012 beschlossen ein „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ zu erstellen. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, in der jeweils ein Vertreter der Stadtratsfraktionen sowie verschiedene beratende Mitglieder tätig sind. In der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe am 12.06.2012 wurde beschlossen, dass die Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit dem  Institut Modus aus Bamberg im Rahmen eines Beratungs- und Unterstützungsmodells dieses Gesamtkonzept erstellt. Weiterhin wurde beschlossen zunächst eine Bestandserhebung der bereits bestehenden Angebote sowie eine repräsentative Seniorenbefragung durchzuführen. 

 

Die Bedarfsermittlung hinsichtlich des pflegerischen Bereiches liegt mit Zahlen aus dem Jahr 2009 in gültiger Form vor und soll Anfang  2014  fortgeschrieben werden. Dieser Bedarfsermittlung zufolge gibt es in der Stadt Straubing einen deutlichen Überhang an stationären Pflegeplätzen, der den Bedarf voraussichtlich noch bis 2025 abdecken wird. Allerdings sind im ambulanten pflegerischen Bereich sowie in der Tagespflege als auch in der Kurzzeitpflege die Bedarfe nicht optimal abgedeckt. 

 

Die pflegerische Bedarfsermittlung, die häufig auch als „Pflegebericht“ bezeichnet wird, deckt jedoch nur einen Teilbereich der vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen empfohlenen Handlungsfelder eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes ab. Um auch über die anderen seitens des Ministeriums empfohlenen Handlungsfelder wie z. B. das Wohnen zu Hause, Beratung und Information mit Öffentlichkeitsarbeit, präventive Angebote, gesellschaftliche Teilhabe und bürgerschaftliches Engagement repräsentative Informationen zu erhalten, wurde ein 10-seitiger Fragebogen zu diesen Bereichen entwickelt, der an 4.000 zufällig ausgewählte Senioren in Straubing versandt wurde. Diese Untersuchung wurde zusammen mit dem hierfür beauftragten Institut Modus aus Bamberg durchgeführt und war im November 2012 während vier Wochen im Feld.

 

Der Rücklauf betrug ca. 1.300 Fragebögen, also ein Drittel, was als überdurchschnittlich gut angesehen werden kann. Die Straubinger Senioren haben also durchaus ein Interesse nach ihrer Meinung gefragt zu werden. Die für repräsentative Aussagen notwendige Mindestgrenze von  5 % der Gesamtheit wurde mit diesem Rücklaufergebnis bei weitem überschritten.

 

Für den Bereich der offenen Seniorenhilfe wurde bereits im September 2013 vom Amt 26 eine Bestandserhebung im Hinblick auf das existierende Angebot an Seniorenclubs und Seniorenkreisen, Begegnungsstätten, Nachbarschaftshilfen, Besuchsdiensten, Beratungs- und Informationsstellen und die sonstigen regelmäßigen Angebote für diese Bevölkerungsgruppe durchgeführt. Die Fragebögen wurden insgesamt an 189 Einrichtungen im Bereich der Stadt Straubing versandt, von denen über 60 % antworteten. Bei 37 existieren bereits Angebote. Für diese Bestandserhebung als auch für die Gesamtplanung wurde die Stadt in sechs Planungsbezirke eingeteilt, der Bestand aufgelistet und den Planungsbezirken zugeordnet. Ebenso wurde eine aktuelle Grundlagenkarte (Stand: 01.01.2013) des Stadtgebietes von Straubing für die Anzahl und Verteilung der Gruppe der Senioren erstellt, die als Basis für die Weiterarbeit dienen soll.

 

In der zweiten Sitzung der Arbeitsgruppe am 11.04.2013 wurden die Ergebnisse sowohl der Bestandserhebung im Bereich der offenen Seniorenhilfe als auch die Ergebnisse der repräsentativen Befragung ausführlich vorgestellt. Insgesamt hat sich dabei ergeben, dass es zum einen bereits ein vielfältiges Angebot an Einrichtungen im Bereich der offenen Seniorenhilfe gibt und zum anderen wurde dabei deutlich, dass die Senioren insgesamt zufrieden mit der Seniorenpolitik der Stadt Straubing sind.

 

Gleichwohl haben sich in verschiedenen Handlungsfeldern  Bedarfe ergeben, von denen konkrete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Seniorenpolitik abgeleitet werden können. Insbesondere gilt dies für folgende Bereiche:

 

·         Beratung für altersgerechtes Wohnen

·         Ausbau von ehrenamtlichem Engagement, insbesondere Nachbarschaftshilfen und Besuchsdienste

·         Nahversorgung und Einkaufsmöglichkeiten

·         Seniorentreff

·         Informationen hinsichtlich von Pflegeeinrichtungen (Stichwort: Pflegebörse)

·         Bekanntheit des Veranstaltungskalenders

 

In der dritten  Arbeitsgruppensitzung vom 22.07.2013 wurden dann nach ausführlicher Erörterung durch die Arbeitsgruppenmitglieder die entsprechenden Prioritäten hinsichtlich der oben genannten anstehenden Handlungsempfehlungen beschlossen.

 

Die Arbeitsgruppenmitglieder haben sich hierzu einvernehmlich auf folgende Reihenfolge verständigt:

 

1.    Entwicklung der Konzeption einer Servicestelle zur Beratung von Senioren

2.    Prüfung der Umsetzung einer Pflegebörse

3.    Modellhafter Versuch der Integration eines Seniorentreffs in das bestehende Familienhaus

4.    Die Bekanntheit des Veranstaltungskalenders soll erhöht werden.

5.    Das Freiwilligen Zentrum solle im Hinblick auf eine bessere Mobilisierung der Nachbarschaftshilfe kontaktiert werden.

 

Die oberste Priorität liegt bei der Servicestelle und der Schaffung einer Pflegebörse, erst danach solle an die Umsetzung eines Seniorentreffs herangegangen werden.


Beschluss:

 

Der Sozialausschuss empfiehlt dem Stadtrat den Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ zu folgen und dafür im Haushalt 2014 die erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von ca. 30.000 € bereit zu stellen.