Beschluss: einstimmig beschlossen

Sachvortrag:

 

Auf dem Baugrundstück ist die Errichtung eines zweigeschossigen Einfamilienwohnhauses mit einem eingeschossigen Anbau für eine Steuerkanzlei sowie eines Garagengebäudes beantragt.

Das Baugrundstück liegt innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile nach § 34 BauGB. Die Eigenart der näheren Umgebung entspricht einem allgemeinen Wohngebiet. Für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger sind in einem allgemeinen Wohngebiet nach § 13 BauNVO Räume zulässig.

Der geplante, funktional eigenständige Anbau, in welchem die Steuerkanzlei untergebracht ist, erfüllt die Voraussetzungen des § 13 BauNVO jedoch nicht. Regulär zulässig wäre beispielsweise die Errichtung einer gleich großen Steuerkanzlei im Obergeschoss des geplanten Einfamilienwohnhauses. Für die Steuerkanzlei ist eine Befreiung von der Gebietsart erforderlich, da diese in der geplanten Ausführung im allgemeinen Wohngebiet weder allgemein noch ausnahmsweise zulässig ist.


Die Steuerkanzlei weist eine relativ geringe Größe auf. Die Gesamtfläche der Büro-, Besprechungs- und Empfangsräume beträgt ca. 87 m². Die angegebenen Betriebszeiten sind im Hinblick auf die Wahrung der Wohnruhe unbedenklich. Auch ist mit keinem erheblichen An- und Abfahrverkehr zu rechnen. Eine gewerbliche Büroeinheit in der gleichen Größe und mit den gleichen Betriebszeiten könnte in dem vorliegenden allgemeinen Wohngebiet nach pflichtgemäßem Ermessen ausnahmsweise zugelassen werden. Der Gebietscharakter würde auch bei Errichtung der Steuerkanzlei in der geplanten Ausführung bewahrt bleiben. Für das Vorhaben sind auch ausreichend Stellplätze geplant.

Die Eigentümer der angrenzenden benachbarten Grundstücke haben dem Bauvorhaben zugestimmt. Im Falle der Erteilung der beantragten Baugenehmigung ist eine öffentliche Bekanntmachung der Baugenehmigung vorgesehen.

Bei der Entscheidung über die Erteilung der erforderlichen Befreiung handelt es sich um eine Ermessensentscheidung.

Nach Ansicht der Verwaltung könnte die Befreiung unter Zugrundelegung der vorgelegten Betriebsbeschreibung und der geringen Größe der Steuerkanzlei nach pflichtgemäßem Ermessen erteilt werden.

 


Beschluss:

 

Der Bauausschuss stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu und erteilt die für die Steuerkanzlei erforderliche Befreiung.