Beschluss: zur Kenntnis genommen

Die Stadt hat 2013 am Forschungsprojekt „Kommunale Bedarfserhebung U3“ der TU Dortmund und des Deutschen Jugendinstituts teilgenommen. Seitens des Jugendamtes hat man sich für die Teilnahme entschieden, um relativ zeitnah eine Aussage zu erhalten, ob 300 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren mit aktuell einer Versorgungsquote von ca. 30 % ausreichend sind, den ab 01.08.2013 geltenden Rechtsanspruch zu gewährleisten.

 

Zu diesem Zweck wurde im April/Mai 2013 eine umfangreiche Elternbefragung durchgeführt. Erstmals wurde dazu das Stadtgebiet in die Planungsbezirke Innenstadt/Vororte Nord, Straubing-Ost, Ittling, Altstadt/Süd-Ost, Straubing Süd und Alburg/Straubing West eingeteilt.

 

Zum Stichtag 01.04.2013 erhielten die Eltern von 967 Kindern unter drei Jahren einen Fragebogen zugesandt. 355 Fragebögen wurden beantwortet. Dies entspricht einem Rücklauf von 36,7 %. Ein Betreuungswunsch wurde für 368 Kinder mitgeteilt. Dies entspricht einer Quote von 38,1 %. Daraus errechnet sich ein Bedarf von aktuell 298 Plätzen. Dies entspricht einer Quote von 30,8 %.

 

Der Erwartungsbereich wurde mit einer Quote zwischen 28,5 % und 33,1 % errechnet. Dies entspricht einem Platzangebot von 276 bis 321 Plätzen.

 

Eine Betreuung wird wochentags für bis zu 29 Kinder ab 6.00 Uhr bzw. für bis zu 10 Kinder bis 18.00 Uhr gewünscht. Für bis zu 8 Kinder wird eine Betreuung am Samstag und Sonntag gemeldet. Zudem konnte festgestellt werden, dass der Betreuungsbedarf mit zunehmendem Alter der Kinder stark steigt. Unterteilt in die einzelnen Jahrgänge ergibt sich für die unter 1-Jährigen ein Betreuungswunsch für 33 Kinder (Quote 10 %). Daraus errechnet sich ein Bedarf von 26 Plätzen (Quote 7,8%). Ein Rechtsanspruch konnte lediglich für 13 Plätze (Quote 4 %) ermittelt werden.

 

Für 1-Jährige wurde ein Betreuungswunsch für 139 Kinder (Quote 42,9 %) gemeldet. Dies entspricht bereinigt einem Bedarf von 111 Plätzen (Quote 34,3 %).

 

Für 2-Jährige wurde ein Betreuungswunsch für 196 Kinder (Quote 62,4 %) mitgeteilt. Dies entspricht einem bereinigten Bedarf von 161 Plätzen (Quote 51,2 %).

 

Als Zwischenergebnis bleibt festzustellen, dass die von der Stadt in der Jugendhilfeplanung 2010 festgelegten Ausbauziele durch das Forschungsprojekt bestätigt wurden. Die weitere Entwicklung der Nachfrage wird beobachtet, um bei Bedarf rechtzeitig reagieren zu können.

 

Die  kommunalen Erhebungsergebnisse machen deutlich, dass die Betreuungsbedarfe der Eltern von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich sind. Welche Bedingungsfaktoren hierbei eine Rolle spielen, werden die genaueren Analysen der Elternbefragungen aller 93 Kommunen zeigen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im April 2014 veröffentlicht.