Beschluss: einstimmig beschlossen

Die Stadt Straubing fördert seit Jahren Maßnahmen der arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit. Rechtsgrundlage ist § 13 SGB VIII. In der Regel werden diese Maßnahmen durch freie Träger durchgeführt (AWO, Justland, etc.) und seitens der Stadt pro Maßnahmetag und Teilnehmer bezuschusst.  Aber auch im Rahmen von Einzelfallhilfen wurden über das entsprechende Budget des Amtes 26 in der Vergangenheit immer wieder konkrete Maßnahmen für einzelne Jugendliche durchgeführt.

 

Erstmalig im Schuljahr 2010/2011 wurden solche Einzelmaßnahmen verstärkt am Sonderpädagogischen Förderzentrum Straubing durchgeführt, nachdem der Leiter des Förderzentrums, Herr Steinbach, in verschiedenen Gesprächen zuvor auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen hatte. Insbesondere handelt es sich dabei um Maßnahmen, die den Übergang Schule/Beruf für die jeweiligen Schüler fördern sollen (Bewerbungstraining, Sozialtraining, Praktikumsakquise etc.). Beauftragt wurde damit ein freiberuflicher Sozialpädagoge, der seit Jahren im Bereich des Qualitäts- und Bildungsmanagement aktiv ist. Die Maßnahmen am Förderzentrum waren sehr erfolgreich, so dass eine Weiterführung im Schuljahr 2011/2012 stattfand.

 

Bei den Gesprächen über die  Weiterführung der Maßnahmen  wurde die Idee entwickelt, ein Projekt mit entsprechenden Inhalten zu konzipieren und dessen Förderung über den Arbeitsmarktfonds der bayerischen Staatsregierung, der vom StMAS verwaltet wird,  zu beantragen. Mit einem positiven Begleitschreiben des Berichterstatters wurde ein solches Konzept beim Ministerium eingereicht und um entsprechende Förderung gebeten. Auch der Jugendamtsleiter des Landkreises Straubing-Bogen hat ein positives Begleitschreiben abgegeben.

 

Das dem StMAS vorgelegte Konzept hat den betreffenden Auswahlausschuss überzeugt; die Stadt Straubing erhielt als Träger der Maßnahme eine Zusage über 80.000 € für die Dauer von zwei Jahren (gefördert werden nur Personalkosten, keine Sachkosten). Beginn des Projektes war der 15.02.2012. Üblicherweise wurde das erste Projektjahr mit 90 % gefördert, das zweite Jahr mit 80 %. Nachdem der Jugendhilfeausschuss der Stadt Straubing vor Projektbeginn keine Sitzung mehr durchführen konnte, hat Herr Oberbürgermeister Pannermayr im Rahmen einer Eilentscheidung der Übernahme des Projektes durch die Stadt Straubing zugestimmt.

 

Der Eigenanteil des Träger belief  sich auf ca. 14.000 €.

 

Bis zum 31.12.2013 konnten 58 Schüler/innen betreut und beraten werden.

Es wurden bisher 40 Schüler/innen intensiv in Form eines Einzelcoachings betreut.

Es wurden 18 Schüler/innen gezielt auf die berufliche Ausbildung vorbereitet.

Es haben 3 Teilnehmer/innen einen Schulwechsel mit der Aussicht auf einen besseren Schulabschluss vorgenommen.

 

Es konnten 2 Teilnehmer in spezielle lerntherapeutische Einrichtungen vermittelt werden.

Es konnten für 8 Teilnehmer/innen geeignete BVJ (Berufsvorbereitungen) initiiert werden.

 

Es konnten 7 Teilnehmer/innen in tatsächliche berufliche Ausbildungen vermittelt werden. Im Rahmen des Projektes wurden bislang Schüler betreut, Praktika konnten vermittelt werden und Schüler konnten in ein Ausbildungsverhältnis vermittelt werden.

 

Im Rahmen des Projektes Bildungsregionen war eine Forderung, die Übergänge zwischen Schule und Beruf intensiver durch geeignete Jugendhilfemaßnahmen zu begleiten. Das Projekt versteht sich hierbei als ein wesentlicher Beitrag.

 

Gerade der individuelle Ansatz bei diesem Integrationsprojekt sollte sich als spezielle, auch Krisen intervenierende Unterstützung verstehen, um den Dimensionen der sozialen Abgrenzung entgegen wirken zu können.

Dadurch wurde angestrebt, dass nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Gesellschaft von den Folgen einer Desintegration bewahrt wird.

 

Durch die besondere Unterstützung regionaler Schulen (hier vorrangig das Sonderpädagogische Förderzentrum Straubing) konnten in der kurzen Zeit eine unerwartet hohe Anzahl Schüler/innen motiviert werden, sich unter Anleitung mit den Möglichkeiten einer erfolgreichen sozialen und beruflichen Integration auseinanderzusetzen.

 

Jedem einzelnen Teilnehmer wird eine individuelle, berufliche Perspektive aufgezeigt!

Jedem einzelnen Teilnehmer werden Hilfen zur individuellen Bewerbungsstrategie angeboten!

Jedem einzelnen Teilnehmer werden individuelle Alternativen aufgezeigt!

 

Gerade weil der Arbeitsmarkt ständig Veränderungen ausgesetzt ist, können die aktuellen Instrumente der Vermeidung und Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit nicht immer zielgerichtet eingesetzt werden. Bei der Definition der Ziele und bei der Entwicklung spezieller Lösungen bei der Vermeidung und Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit muss daher eine hohe Anforderung an die Flexibilität aller Beteiligter berücksichtig werden.

 

So dürfen sich die Ziele nicht nur an den Arbeitsmarkt und seinen statistischen Auswertungen ausrichten, sondern müssen sich an den realen Lebenswelten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen orientieren! 

 

Gerade weil der Arbeitsmarkt seine sozialintegrative Funktion nicht mehr für alle erfüllen kann, werden immer mehr individuelle, sozialpädagogische Angebote zur Unterstützung der Lebensbewältigung durch Ressourcenentwicklung und  -stärkung benötigt!

 

Daher wurde beim zuständigen Ministerium ein Antrag auf Projektverlängerung gestellt und für ein weiteres Jahr wurde die Projektfinanzierung zugesagt.


Die Fortführung des Projektes „Plan B“ am Sonderpädagogischen Förderzentrum Straubing im Schuljahr 2014/15 wird zustimmend zur Kenntnis genommen.