Beschluss: einstimmig beschlossen

 

Für den Neubau einer Wohnanlage mit 42 Wohneinheiten und Tiefgarage auf den Grundstücken Flur-Nrn. 1110/7 und 1110/12 Gemarkung Straubing liegt ein Antrag auf Vorbescheid vor.

Der Gebäudebestand auf den Grundstücken soll vollständig beseitigt werden. Die beiden Baugrundstücke weisen zusammen eine Fläche von ca. 3771 m² auf.

Die Wohnungen sollen sich in zwei Baukörpern mit 27 bzw. 15 Wohneinheiten befinden. Es soll sich um 2-, 3-, 4- und 5-Zimmer-Wohnungen handeln. Die beiden Baukörper sollen jeweils drei Vollgeschosse einschließlich des Dachgeschosses aufweisen. Unterhalb der beiden Baukörper ist ein gemeinsames Kellergeschoss, bestehend aus Tiefgarage und Kellerräumen, vorgesehen. Die beiden Baukörper sollen mit einem Satteldach mit einer Neigung von 45 Grad versehen werden. Die Planung wird anhand der vorgelegten detaillieren Gebäudepläne erläutert.

Die Baugrundstücke liegen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile nach § 34 BauGB. Im Flächennutzungsplan mit Landschaftsplan sind die Baugrundstücke als Mischgebiet dargestellt.

 

Das Vorhaben fügt sich in die Eigenart der näheren Umgebung ein. Das gilt auch für die geplante Höhenentwicklung des Bauvorhabens sowie die Grundstücksfläche, die überbaut werden soll. Das Vorhaben hält sich innerhalb des Rahmens, der durch die Bebauung in der Umgebung gebildet wird. Die geplante Anzahl der Wohnungen in der Wohnanlage ist bauplanungsrechtlich zulässig.

Die straßenmäßige Erschließung ist über das als Ortsstraße gewidmete Grundstück Flur-Nr. 1088/31 gesichert. Die Tiefgaragenzufahrt begegnet keinen verkehrsrechtlichen Bedenken.

Für jede Wohneinheit ist ein Stellplatz nachzuweisen. Für die 42 Wohneinheiten sind 54 Stellplätze in der Tiefgarage und 9 oberirdische Stellplätze vorgesehen. Die Gesamtzahl der geplanten Stellplätze wäre daher ausreichend.

Die Abstandsflächen der Wohnanlage zu den Nachbargrundstücken können voraussichtlich eingehalten werden. Eine abstandsflächenrechtliche Einschätzung der geplanten Lärmschutzwand gegenüber dem angrenzenden Bahnhofsbereich kann erst nach Vorlage weitere Angaben zu dieser getroffen werden. Die Abstandsflächen sind im Baugenehmigungsverfahren detailliert darzustellen.

 

Aufgrund der Nähe zu bahntechnischen Anlagen und zur Bahnlinie wurde die fachliche Stellungnahme der DB Immobilien GmbH zu dem Bauvorhaben eingeholt. Dem Bauvorhaben wurde unter Einhaltung von Auflagen, Forderungen bzw. Hinweisen zugestimmt. Die DB Immobilien GmbH wird im Baugenehmigungsverfahren erneut beteiligt.

 

Durch die unmittelbar benachbarte Bahnlinie sind an der Süd-, Ost- und Westfassade Lärmbeurteilungspegel in Höhe von mehr als 60 dB(A) sowohl tagsüber als auch nachts zu erwarten. Außerdem sind Erschütterungen durch den Bahnbetrieb und Übertragungen von sekundärem Luftschall zu erwarten. Um gesunde Wohnverhältnisse zu erreichen, sind entsprechende Maßnahmen zum Erschütterungsschutz und zum passiven Schallschutz erforderlich. Es ist davon auszugehen, dass aktive Schallschutzmaßnahmen seitens der Bahn an der betreffenden Stelle nicht realisiert werden.

Die Anforderungen an Art und Ausführung der Fundamente, der umfassenden Gebäudebauteile einschließlich Fenster, Türen und Lüftungseinrichtungen sowie der Dachhaut sind daher durch entsprechende schalltechnische Berechnungen in Eigenverantwortung ermitteln zu lassen. Schlafräume und Kinderzimmer, bei denen an den Fenstern nachts ein Außenlärmpegel von mehr als 50 dB(A) anliegt, sind mit geeigneten fensterunabhängigen Schalldämmlüftern auszustatten. Die Schalldämmlüfter müssen einen ausreichenden Luftwechsel gewährleisten.

 

Mit den im Baugenehmigungsverfahren einzureichenden Bauvorlagen ist ein mit dem Amt für Umwelt- und Naturschutz bezüglich der Freiflächengestaltung und dem Bauordnungsamt bezüglich der Feuerwehrzufahrten und –aufstellflächen abgestimmter Außenanlagen- und Freiflächengestaltungsplan vorzulegen. Bei der Ausgestaltung des nordwestlichen Grundstücksbereichs ist die Nähe zum Ziehbrückengraben zu berücksichtigen. Auf die Errichtung einer Grenz- bzw. Stützmauer ist hier zu verzichten. Auf dem südlich angrenzenden Bahngrundstück kommt die dem Schutz des Anhanges IV der FFH-Richtlinie unterliegende Zauneidechse vor. ­Bei den Bauarbeiten im Bereich der südlichen Grundstücksgrenze darf das hier angrenzende Grundstück deshalb nicht in seiner jetzigen Struktur beeinträchtigt werden.

Die weiteren beteiligten Fachstellen haben keine Bedenken gegen das Vorhaben geäußert.

Der erforderliche Kinderspielplatz und die Einhaltung der Anforderungen des Barrierefreien Bauens sind im Baugenehmigungsverfahren nachzuweisen.

 

Vor Einreichen des erforderlichen Bauantrags ist das Bauvorhaben mit dem Stadtentwicklungs- und Stadtplanungsamt abzustimmen. Dies gilt insbesondere für die geplante Lärmschutzwand und für die Höhenlage der Baugrundstücke, die detailliert darzustellen ist. Die abschließende Beurteilung des Bauvorhabens bleibt dem Baugenehmigungsverfahren vorbehalten.

 


 

Der Bauausschuss stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu und erteilt dem Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen.