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Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2: Helmut Daniel- Erweiterung des Einfamilienwohnhauses, Hasenweg 17d, BVV-2014-8

BezeichnungInhalt
Sitzung:09.04.2014   BAU/037/2014 
Beschluss:einstimmig beschlossen
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachvortrag:

 

Für die Erweiterung des Einfamilienwohnhauses auf dem Grundstück Flur-Nr. 1439 (Hasenweg 17 d) liegt ein Bauantrag vor. Das bestehende Wohngebäude ist baurechtlich genehmigt und an die öffentliche Entwässerungsanlage angeschlossen. Die Erschließung erfolgt über Teile des benachbarten Grundstücks Hasenweg 17.


Der eingereichte Bauantrag sieht eine eingeschossige Erweiterung des nicht unterkellerten Wohngebäudes vor und bauliche Änderungen am Bestandsgebäude vor. Eine Erhöhung der Wohnungsanzahl ist nicht geplant. Die erforderlichen Abstandsflächen sind eingehalten. Die Anforderungen an die Höhenlage von Schlafräumen im Poldergebiet werden beachtet.

Das Baugrundstück befindet sich vollständig im planungsrechtlichen Außenbereich nach § 35 BauGB. Das Bauvorhaben stellt ein sonstiges Vorhaben nach § 35 Abs. 2 BauGB dar. Sollte die Erweiterung des Wohngebäudes den Anforderungen des § 35 Abs. 4 Nr. 5 BauGB genügen, so könnte dem Vorhaben nicht entgegengehalten werden, dass es Darstellungen des Flächennutzungsplanes mit Landschaftsplan widerspricht, die natürliche Eigenart der Landschaft beeinträchtigt oder die Erweiterung einer Splittersiedlung befürchten lässt, sofern es im Übrigen außenbereichsverträglich im Sinne des § 35 Abs. 3 BauGB ist.

Die Vorschrift des § 35 Abs. 4 Nr. 5 BauGB verfolgt den Zweck, entsprechend den Wohnbedürfnissen der Bewohner eines im Außenbereich gelegenen Wohngebäudes an diesem Erweiterungen zuzulassen, die insbesondere auch den heutigen Anforderungen entsprechen. Die Vorschrift erfasst die quantitative Veränderung der Wohnfläche.


Eine Voraussetzung ist, dass das Wohngebäude zulässigerweise errichtet worden ist. Dies ist unter Berücksichtigung der baurechtlichen Genehmigungslage der Fall.


Die Erweiterung muss außerdem im Verhältnis zum vorhandenen Wohngebäude und unter Berücksichtigung der Wohnbedürfnisse angemessen sein. Nach Angaben des Antragstellers soll das Wohngebäude künftig von ihm und seiner Familie bewohnt werden, hierauf ist abzustellen. Die Erweiterung kann auch durch einen Anbau erfolgen, sofern dieser konstruktiv und funktional eine Ergänzung des Hauptgebäudes darstellt. Der Anbau darf aber nicht zu einer qualitativen Veränderung des vorhandenen Gebäudes führen. Diese Anforderungen sind unter Berücksichtigung der vorgelegten Planung erfüllt.

Die Wohnfläche des bestehenden Einfamilienwohnhauses beträgt gemäß der hierfür maßgebenden Genehmigung aus dem Jahr 1967 ca. 60 m². Die deutliche Erweiterung der Wohnfläche wird als zulässig erachtet, da das Bestandsgebäude besonders klein und ein angemessener Wohnbedarf anders nicht annähernd gedeckt werden kann. Die geplante Gesamtwohnfläche dient den objektiv erforderlichen Wohnbedürfnissen des Antragstellers und seiner Familie. Die beantragte Größenordnung ist für ein Einfamilienwohnhaus nach heutigen Maßstäben durchaus üblich.


Die Voraussetzungen des § 35 Abs. 4 Nr. 5 BauGB liegen daher vor. Das Vorhaben ist im Übrigen außenbereichsverträglich im Sinne des § 35 Abs. 3 BauGB. Das Bauvorhaben kann daher nach pflichtgemäßem Ermessen zugelassen werden.

Bei der Beurteilung des Bauvorhabens ist nicht auf die künftigen Festsetzungen des in Aufstellung befindlichen einfachen Bebauungs- und Grünordnungsplanes „Frauenbrünnl“, welcher Planreife nach § 33 BauGB aufweist, abzustellen. Grund hierfür ist, dass eine Anwendung des § 33 BauGB ausscheidet, wenn ein Vorhaben nach § 35 BauGB zulässig ist. Eine Veränderungssperre besteht hier nicht mehr.

 


Beschluss:

 

Der Bauausschuss stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu, dem Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen und die beantragte Baugenehmigung zu erteilen.