Beschluss: einstimmig beschlossen

Sachvortrag:

 

Der Betreuungsverein 1:1 unterhält seit 01.03.2019 in Straubing eine Beratungsstelle für Suchtmittel konsumierende Jugendliche. Das Angebot umfasst fünf Wochenstunden zuzüglich einer Wochenstunde Vor- und Nachbereitungszeit. Zwei Stunden entfallen auf eine offene Sprechstunde, drei Stunden stehen für sich daraus ergebende Termine oder Auflagengespräche (z.B. im Rahmen der Jugendgerichtshilfe) zur Verfügung.

 

Der Stadtrat beschloss in seiner Sitzung vom 10.12.2018, das damals neue Angebot finanziell für die Dauer von zwei Jahren im Rahmen eines Projekts zu fördern. Es sollte darin ermittelt werden, ob und in welchen Umfang die Beratungsstelle angenommen wird. Die Förderung richtet sich nach den geleisteten Beratungsstunden, die mit dem jeweils gültigen Satz der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) abgegolten werden. Der Landkreis beteiligt sich an den Gesamtkosten in Höhe des Umfangs der geleisteten Beratungsstunden für Jugendliche aus dem Landkreis.

 

Zum November 2020 legte der Betreuungsverein 1:1 einen detaillierten Zwischenbericht über den bisherigen Verlauf des Projekts vor.

Demnach haben in den ersten 20 Monaten 96 Jugendliche das Beratungsangebot genutzt, davon 43 aus der Stadt Straubing. Mit ihnen wurden insgesamt 528 Beratungsgespräche geführt, hiervon 228 mit jungen Menschen aus der Stadt Straubing. Für den Berichtszeitraum März 2020 bis November 2020 (49 Wochen) suchten 55 Jugendliche (27 aus der Stadt Straubing) die Beratungsstelle auf und nahmen 317 Gespräche (186 für Klienten aus der Stadt Straubing) in Anspruch. Es zeigt sich eine Steigerung der Fallzahlen, insbesondere im Verlauf des zweiten Projektjahres.

Der Anteil der Stadt Straubing an den Gesamtkosten im ersten Projektjahr betrug rund 45%.

 

Der Projektverlauf zeigt die Bedarfsnotwendigkeit einer Suchtberatung für Minderjährige deutlich auf.

 

Im Dezember 2020 fand über die Weiterführung der Suchtberatungsstelle nach der Projektphase und deren Ausstattung eine Besprechung mit dem Träger und dem Kooperationspartner statt.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Suchtberatungsstelle für Minderjährige eine sinnvolle und notwendige Einrichtung ist. Der Träger möchte das Angebot weiterführen. Ebenso ist der Landkreis als Kooperationspartner an der Fortführung der Beratungsstelle interessiert.

 

Im Projektverlauf wurde deutlich, dass der zeitliche Umfang für die Suchtberatungsstelle zu gering angesetzt war. Es zeigte sich, dass auch die Eltern der Minderjährigen stärker in den Beratungsprozess einbezogen werden müssen. Die Komplexität der Fälle, Absprachen, Fallkonferenzen und die Weitervermittlung an weitere Hilfsangebote benötigen ein höheres Stundenkontingent als die bisher dafür vorgesehene eine Stunde je Woche. Zusätzlich steigen die Anfragen und Fallzahlen für Auflagengespräche im Rahmen der Jugendgerichtshilfe. Hier sollte das Angebot auch auf Heranwachsende bis 21 Jahre ausgeweitet werden.

Es ergibt sich insgesamt ein Mehrbedarf von ca. 9 Wochenstunden auf dann insgesamt 65 Stunden im Monat.

 

Die Verwaltung schlägt vor, die Suchtberatungsstelle für Minderjährige auch zukünftig zu fördern und den bisherigen Stundenumfang auf 65 Monatsstunden zu erhöhen, um den in der Projektphase ermittelten Bedarf und die gewonnenen Erkenntnisse umsetzen zu können.

 

Die Abrechnung soll auch weiterhin anhand des jeweils gültigen Stundensatzes der KGST für Sozialpädagogen in Entgeltgruppe 12 erfolgen. In diesem Stundensatz sind die Personalkosten, Sach- und Verwaltungsgemeinkosten kalkuliert. Die Aufteilung der Kosten zwischen der Stadt Straubing und dem Landkreis Straubing-Bogen soll auch weiterhin nach dem Anteil der Inanspruchnahme der Beratung erfolgen.

Bei der vorgeschlagenen Erhöhung des Stundenkontingents belaufen sich die Gesamtkosten der Beratungsstelle auf ca. 47.000 Euro. Für die Stadt Straubing würden unter Berücksichtigung der aktuellen Verteilungsquote von 45 % Kosten in Höhe von jährlich rund 21.200 Euro entstehen.

 

Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises stimmte in seiner Sitzung vom 25.01.2021 für die Fortführung der Suchtberatungsstelle zu den aufgeführten Konditionen.

 

 


Beschluss:

 

Der Stadtrat beschließt die weitere Förderung der Suchtberatungsstelle für Jugendliche des Betreuungsverein 1:1 soziale Partnerschaften e.V. Die Aufteilung der Gesamtkosten zwischen der Stadt Straubing und dem Landkreis Straubing-Bogen soll sich dabei, wie bisher, nach dem Wohnort des Jugendlichen und dem Umfang der für sie geleisteten Beratungsstunden richten. Die Verwaltung wird beauftragt, eine vertragliche Regelung mit dem Träger und dem Landkreis Straubing-Bogen zu treffen.


Abstimmungsergebnis:

- einstimmig - 

Verteiler:

2, 26.2