Sachvortrag:

Mit Beschluss des Stadtrates vom 25.07.2011 wurde die Erstellung eines integrierten Klimaschutz- und Energiekonzeptes für die Stadt Straubing beschlossen. Dem Projekt wurde im Rahmen des Programms zur Förderung innovativer Energietechnologien und der Energieeffizienz im Programmteil „Energiesparkonzepte und Energienutzungspläne“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie mit Zuwendungsbescheid vom 08.03.2013 eine Bezuschussung in Höhe von 74.300 € bewilligt.

Die Auftragsvergabe erging auf Basis des Bauausschussbeschlusses vom 12.12.2012 zu einem Honorar von rd. 116.000 € an das Institut für Systemische Energieberatung GmbH (ISE) an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, das diesen kommunalen Energienutzungsplan in Zusammenarbeit mit dem Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden beginnend im Sommer 2013 erstellt hat.

 

Die Ergebnisse des Integrierten Energienutzungsplanes wurden projektbegleitend in den Sitzungen des Stadtentwicklungsausschusses vom 19.11.2013 und des Bauausschusses vom 30.04.2014 vorgetragen und diskutiert. Diese wurden wie folgt zusammengefasst:

 

1. Schwerpunkt Energie- und CO2-Bilanz


Basis für die Energie- und CO2-Bilanz stellt eine umfangreiche Datenerfassung dar. Hierzu wurden u.a. folgende Abfragen durchgeführt:

  • Kaminkehrerdaten (Feuerstätten nach Straßenzügen)
  • Befragung der Gewerbe- und Industriebetriebe
  • Kommunale Liegenschaften
  • Energieerzeugungsanlagen (Stadtwerke, EVU)
  • Strombedarfe (Stadtwerke, EVU)
  • Erdgasbedarfe, Stromheizungen und Wärmepumpen (Stadtwerke)

 

Der größte Teil des Energiebedarfs (1.610 GWh) ist thermische Energie (48%), wobei hier der Sektor private Haushalte/ Kleingewerbe den größten Energiebedarf (56%) verursacht. Hingegen ist der Sektor Gewerbe/ Industrie beim Strombedarf für 80 % des Verbrauchs verantwortlich.

Der Anteil erneuerbare Energien ist v.a. bei der elektrischen Energie mit 65% für eine Stadt erfreulich hoch.

Insgesamt werden 9,5 t CO2/ Kopf im Jahr 2012 in Straubing verursacht.

 

2. Schwerpunkt Wärmekataster

 

Um eine funktionale und räumliche Zuordnung von Daten, Zielen und Maßnahmen zu ermöglichen, wurde das Stadtgebiet in Sinn machende Einheiten, sog. Raster gegliedert.

Das Erdgasnetz liegt in Straubing flächendeckend vor. Grundsätzlich stellt daher die Nachverdichtung der Erdgasversorgung im Stadtgebiet nicht nur eine energetisch und ökologisch, sondern - ein entsprechender Anschlussgrad vorausgesetzt - auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit sinnvolle Maßnahme dar.

Es existieren bereits einige Nahwärmeverbund- bzw. Mikronahwärmenetze.

Jedem Gebäude wurde ein (teilweise durchschnittlicher) Wärmebedarf anhand der zur Verfügung stehenden Daten zugeteilt und der Gesamtwärmebedarf (IST/ 2030) sowie die Wärmebelegungsdichte (mittels eines fiktiven Netzes) je Rastereinheit ermittelt.

An Hand verschiedener Bewertungskriterien (Vortrag Folie 20) wurden weitere interessante Gebiete für die zentrale Wärmeversorgung ermittelt.

Nach Abstimmung mit den Stadtwerken/ der Stadtverwaltung wurden folgende Schwerpunkte für detailliertere Untersuchungen festgelegt:

 

Raster 2 (Kreuzbreite): Nachverdichtung Erdgas

Raster 9 (Aquatherm, Hans-Adlhoch-Str., Hermann-Stiefvater-Ring, Quartier Hans-Sachs-Str.): Nachverdichtung Nahwärme

Raster 10 (Ehem. Institut für Hörgeschädigte): BHKW/ Nahwärmenetz

Raster 13 (Quartier Haydn-Straße): Nachverdichtung Erdgas

Raster 18 (Eisstadion und Theater): BHKW

Raster 20 (Kagers, Am Hagen): Nachverdichtung Nahwärme Stadtkern

Raster 28 (westliches „Goldfeld“, Oskar-von-Miller-Str., Felix-Hölzl-Str.): Nachverdichtung Erdgas in den  -Schule): BHKW, Eigenstromnutzung

Raster 59 (Klinikum St. Elisabeth): nähere Betrachtung entfällt, da BHKW bereits in Planung

Raster 61 (Seniorenheim St. Nikola): BHKW

Raster 62 (Finkenstr., Rabenstr.): Nachverdichtung Erdgas

Raster 68-70 (Ittling, Altaberg, Griesfeld, Hofstetten): Nachverdichtung Erdgas

 

Nach dieser Präsentation erster Ergebnisse der Bestandsaufnahme und –analyse im Stadtentwicklungsausschuss am 19.11.2013, gibt der Auftragnehmer die Ergebnispräsentation der weiteren Untersuchungen im Bauausschuss mit folgendem Inhalt zur Kenntnis:

 

  • Aus gutachterlicher Sicht kann die Empfehlung ausgesprochen werden, die Detailprojekte in Raster 18 (Erdgas-BHKW im Eisstadion/ Theater), Raster 57 (Erdgas-BHKW in Ulrich-Schmidl-Schule) und Raster 61 (Erdgas-BHKW in Seniorenheim St. Nikola) umzusetzen.
  • Nach Analyse des Potentials der Erneuerbaren Energien kann festgestellt werden, dass im Bereich der Photovoltaik und Solarthermie, der Biomasse- KWK (Biogas) und der Windkraft noch ein technisches (!) Ausbaupotential besteht. Bei den restlichen Formen der Erneuerbaren Energien besteht kein nennenswertes Ausbaupotential.

 

Die Öffentlichkeit wurde im Rahmen der Bürgerversammlungen am 25.10.2012 über das Thema Energie im Allgemeinen und am 23.10.2014 über die Ergebnisse des Integrierten Energienutzungsplan in Kenntnis gesetzt.

 

Wie in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Wissenschaft, Marketing und Stadtentwicklung sowie des Bau- und Planungsausschusses am 05.11.2014 vereinbart, wurde allen Stadträten der Entwurf des Berichtsgeheftes zum Energienutzungsplan übermittelt.

 

Die von Herrn Stadtrat Dasch an das Institut für Systemische Energieberatung an der FH Landshut übermittelten Fragen werden erläutert und die seitens des Instituts erstellten Antworten werden vorgetragen.

In der Stadtratssitzung werden Frau Prof. Dr. Denk und Herr Prof. Dr.-Ing. Brautsch nochmals die Ergebnisse des ENP darlegen und für Fragen zur Verfügung stehen.


Beschlussvorschlag:

 

Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat vor, folgendes zu beschließen:

 

Der Stadtrat nimmt die Ergebnisse des Integrierten Energienutzungsplans zustimmend zur Kenntnis. Die in diesem Gutachten formulierten Ergebnisse, Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge sollen in die weitere Stadtentwicklung, insbesondere im konkreten Zuständigkeitsbereich der Stadtverwaltung und der städtischen Gesellschaften, einfließen.

 

Die Beschlussfassung erfolgt im Plenum.