Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Abstimmung: Ja: 10, Nein: 4

Sachvortrag:

 

Der Jugendhilfeausschuss hat die Verwaltung in der Sitzung vom 13.03.2013 damit beauftragt, das in der Sitzung vom 07.05.2012 vorgestellte und abgelehnte Konzept der Großtagespflege in Straubing zu überprüfen, fortzuschreiben und erneut zur Beschlussfassung vorzulegen. Das Konzept wurde überarbeitet, neu strukturiert und den gesetzlichen Bestimmungen angepasst.

 

Die Großtagespflege ist keine Kindertageseinrichtung. Sie ist ein Zusammenschluss von 2 bis 3 Tagespflegepersonen, die gleichzeitig bis zu 10 Kinder betreuen können. Maximal können 16 Betreuungsverhältnisse abgeschlossen werden. Die Betreuungsverhältnisse sind personenbezogen. Sie hält ein flexibles Angebot vor, wenn Einrichtungen den angemeldeten Betreuungsbedarf auf Grund konzeptioneller Überlegungen nicht gerecht werden können.

 

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass häufig auch über die Schulzeiten hinaus Betreuungsbedarf besteht, so insbesondere am Spätnachmittag, an Freitagen und in den Schulferien.  Ähnliches gilt für Kurzzeitbetreuungen und bei gewünschter Betreuung an einzelnen Tagen in der Woche. Seitens der Verwaltung wird darauf hingewiesen, dass die Tagespflege (Tagesmutter und Großtagespflegestelle) diesen punktuell auftretenden Bedarf passgenauer abdecken kann als Kindertageseinrichtungen. Diesbezüglich wäre es aus Sicht der Verwaltung angezeigt, auch die Tagespflege zur Bedarfsdeckung heranzuziehen, da ansonsten nicht gewährleistet werden kann, dass alle Elternanfragen zur Zufriedenheit gelöst werden können.

 

Der gesetzliche Auftrag der Verwaltung ist die passgenaue Vermittlung. Die Vermittlung ist passgenau, wenn sie gleichzeitig dem Wohl des Kindes, den Wünschen der Erziehungsberechtigten und den Interessen und Ressourcen der Tagespflegeperson gerecht wird. Aufgabe des Trägers der öffentlichen Jugendhilfe ist es, diese nicht immer einheitlichen Belange zu erfassen, zu gewichten, auszugleichen und einer adäquaten Einzelfalllösung zuzuführen. Letztlich entscheiden somit die Erziehungsberechtigten darüber, was für sie passgenau ist, soweit dies aus Sicht der Fachberatungs- und Vermittlungsstelle vertretbar und mit dem Kindeswohl vereinbar ist. Unter diesen Erwägungen wurde das Konzept der Großtagespflege in Straubing erstellt.

 

Der Jugendhilfeausschuss kann zur Großtagespflege keine Entscheidung darüber treffen, ob eine Pflegeerlaubnis an Tagespflegebewerber erteilt wird. Diese haben bei Vorliegen der Voraussetzungen einen Rechtsanspruch. Eine Bedarfsanerkennung ist auf Grund der aktuellen Rechtssprechung nicht mehr erforderlich. Eine entsprechende Änderung des BayKiBiG ist dahingehend erfolgt. Der Jugendhilfeausschuss kann darüber entscheiden, in welcher Form, mit welchem Qualitätsstandard er Großtagespflege in Straubing haben will und wie dies finanziert werden soll.

 

Nachfolgend wird das Konzept eingehend vorgestellt.

 

 

 

 


Beschluss:

 

Der Jugendhilfeausschuss empfiehlt dem Stadtrat, die Verwaltung damit zu beauftragen, dass vorgestellte Konzept der Großtagespflege in Straubing zum 01.01.2015 umzusetzen.