TOP Ö 10: Mitteilungen

Erstellung eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes;

hier:    Ergebnis der Seniorenbefragung

 

Dieser Bericht dient als Information über den derzeitigen Sachstand der bisher unternommenen Schritte zur Erstellung des „Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes“ in der Stadt Straubing. Rechtsgrundlage für die Erstellung eines solchen Konzeptes bildet der Artikel 69 des AGSG.

 

Der Stadtrat hat im Jahr 2012 beschlossen ein „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ zu erstellen. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, in der jeweils ein Vertreter der Stadtratsfraktionen sowie verschiedene beratende Mitglieder tätig sind. In der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe am 12.06.2012 wurde beschlossen, dass die Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Institut Modus aus Bamberg im Rahmen eines Beratungs- und Unterstützungsmodells dieses Gesamtkonzept erstellt. Weiterhin wurde beschlossen zunächst eine Bestandserhebung der bereits bestehenden Angebote sowie eine repräsentative Seniorenbefragung durchzuführen. 

 

Die Bedarfsermittlung hinsichtlich des pflegerischen Bereiches liegt mit Zahlen aus dem Jahr 2009 in gültiger Form vor und soll Anfang 2014 fortgeschrieben werden. Dieser Bedarfsermittlung zufolge gibt es in der Stadt Straubing einen deutlichen Überhang an stationären Pflegeplätzen, der den Bedarf voraussichtlich noch bis 2025 abdecken wird. Allerdings sind im ambulanten pflegerischen Bereich sowie in der Tagespflege als auch in der Kurzzeitpflege die Bedarfe nicht optimal abgedeckt. 

 

Die pflegerische Bedarfsermittlung, die häufig auch als „Pflegebericht“ bezeichnet wird, deckt jedoch nur einen Teilbereich der vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen empfohlenen Handlungsfelder eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes ab. Um auch über die anderen seitens des Ministerium empfohlenen Handlungsfelder, wie z. B. das Wohnen zu Hause, Beratung und Information mit Öffentlichkeitsarbeit, präventive Angebote, gesellschaftliche Teilhabe und bürgerschaftliches Engagement repräsentative Informationen zu erhalten, wurde ein 10-seitiger Fragebogen zu diesen Bereichen entwickelt, der an 4.000 zufällige ausgewählte Senioren in Straubing versandt wurde. Diese Untersuchung wurde zusammen mit dem hierfür beauftragten Institut Modus aus Bamberg durchgeführt und war im November 2012 während vier Wochen im Feld.

 

Der Rücklauf betrug ca. 1.300 Fragebögen, also ein Drittel, was als überdurchschnittlich gut angesehen werden kann. Die Straubinger Senioren haben also durchaus ein Interesse nach Ihrer Meinung gefragt zu werden. Die für repräsentative Aussagen notwendige Mindestgrenze von 5 % der Gesamtheit wurde mit diesem Rücklaufergebnis bei weitem überschritten.

 

Für den Bereich der offenen Seniorenhilfe wurde bereits im September 2013 vom Amt 26 eine Bestandserhebung im Hinblick auf das existierende Angebot an Seniorenclubs und –kreisen, Begegnungsstätten, Nachbarschaftshilfen, Besuchsdiensten, Beratungs- und Informationsstellen und die sonstigen regelmäßigen Angebote für diese Bevölkerungsgruppe durchgeführt. Die Fragebögen wurden insgesamt an 189 Einrichtungen im Bereich der Stadt Straubing versandt, von denen über 60 % antworteten. Bei 37 existieren bereits Angebote. Für diese Bestandserhebung als auch für die Gesamtplanung wurde die Stadt in sechs Planungsbezirke eingeteilt, der Bestand aufgelistet und den Planungsbezirken zugeordnet. Ebenso wurde eine aktuelle (Stand 01.01.2013) Grundlagenkarte des Stadtgebietes von Straubing für die Anzahl und Verteilung der Gruppe der Senioren erstellt, die als Basis für die Weiterarbeit dienen soll.

 

In der zweiten Sitzung der Arbeitsgruppe am 11.04.2013 wurden die Ergebnisse sowohl der Bestandserhebung im Bereich der offenen Seniorenhilfe als auch die Ergebnisse der repräsentativen Befragung ausführlich vorgestellt. Insgesamt hat sich dabei ergeben, dass es zum einen bereits ein vielfältiges Angebot an ein Einrichtungen im Bereich der offenen Seniorenhilfe gibt und zum anderen wurde dabei deutlich, dass die Senioren insgesamt zufrieden mit der Seniorenpolitik der Stadt Straubing sind (92,6 % benoten sehr gut bis ausreichend).

 

Gleichwohl haben sich in verschiedenen Handlungsfeldern Bedarfe ergeben, von denen konkrete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Seniorenpolitik abgeleitet werden können. Insbesondere gilt dies für folgende Bereiche:

 

·         Beratung für altersgerechtes Wohnen

·         Ausbau von ehrenamtlichem Engagement, insbesondere Nachbarschaftshilfen und Besuchsdienste

·         Nahversorgung und Einkaufsmöglichkeiten

·         Seniorentreff

·         Informationen hinsichtlich von Pflegeeinrichtungen (Stichwort: Pflegebörse)

·         Bekanntheit des Veranstaltungskalenders

 

Beispielhaft sei hier der Punkt „Seniorentreff“ genannt. Hierzu hat die Befragung ergeben, dass sich 67 % einen solchen Treff wünschen und davon 86,4 % mehrere kleine wohnortnahe Treffs. Nur 10,8 % wünschen sich einen zentralen großen Treff.

Allerdings signalisieren auch 65,7 % Zufriedenheit mit den Freizeitmöglichkeiten.

Eine weitere Erkenntnis: 16 % der über 65jährigen verfügen über ein Haushaltseinkommen bis 700 Euro.


Beschlussvorschlag:

 

In der nächsten Arbeitsgruppensitzung, die noch vor der Sommerpause stattfinden wird, sollen dann entsprechende Prioritäten hinsichtlich der oben genannten anstehenden Handlungsempfehlungen beschlossen werden.